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„Veronika beschließt zu sterben“ am 5. Dezember in Tuttlingen
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„Veronika beschließt zu sterben“ am 5. Dezember – Nach dem Weltbestsellerroman von Paulo Coelho – Theaterabend in der Stadthalle Tuttlingen – Hauptrolle für Jenny-Joy Kreindl - Parallelen zu Dürrenmatts „Die Physiker“ und „Einer flog über das Kuckucksnest“ - Vorverkauf läuft
Tuttlingen. Am Freitag, 5. Dezember, gastiert das a.gon Theater München mit dem Schauspiel „Veronika beschließt zu sterben“ nach dem Weltbestsellerroman von Paulo Coelho in der Stadthalle Tuttlingen. Das Stück ist eine aufwühlende und zugleich beglückende Geschichte über die Notwendigkeit, ein wenig verrückt zu sein, um der zermürbenden Normalität des Lebens zu entfliehen. In der Hauptrolle zu sehen ist Jenny-Joy Kreindl, Tochter von Diana Körner und Werner Kreindl, in der Rolle der Veronika. Die Aufführung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Der verbilligte Vorverkauf läuft.
Veronika, eine junge Frau, erwacht nach einem missglückten Selbstmordversuch in der psychiatrischen Anstalt Villette in Ljublijana. Ihr Herz hat durch die Tabletten so schweren Schaden genommen, dass sie nur noch fünf Tage zu leben hat – glaubt sie. In diesen vermeintlich letzten Tagen ihres Lebens begegnet sie einigen Insassen, alles schräge Charaktere, die in ihrer eigenen Welt leben und doch dem wirklichen Leben näher sind als sie selbst. Sie gesteht sich schließlich eine tiefere Zuneigung zu Eduard ein, einem sehr zurückhaltenden und sensiblen Künstler, den sie durch ihr berührendes Klavierspiel angezogen hat und erfährt durch ihn ein bisher unbekanntes Gefühl – den Drang zu leben. Gemeinsam fliehen sie aus der Anstalt, um Veronikas vermeintlichen Lebensabend in der wahren Welt zu verbringen. Sie wissen nicht, dass der Arzt, Doktor Igor, sie fälschlicherweise in dem Glauben lässt, sie müsse sterben und ihr durch Spritzen Herzinfarkte vortäuscht. Er sieht in Veronikas Fall eine Art Versuch, mit dem er seine Studien bestätigen möchte.
Das Stück zeigt literarische Parallelen mit „Die Physiker“ (Friedrich Dürrenmatt) und „Einer flog über das Kuckucksnest“ (Kenn Keseys) auf: Verglichen mit den Anstalten bei Dürrenmatt oder Keseys und dem weiteren Verlauf dieser parallelen Geschichten, ist das Irrenhaus Villette als Handlungsort des Schauspiels „Veronika beschließt zu sterben“ ein Paradies. Die meisten der Bewohner, welche dort Zuflucht gesucht haben, können die Anstalt – rein theoretisch - jederzeit wieder verlassen; sie müssen sich nur bereit dazu fühlen ...
Für einige der Insassen wird Villette zu einem Ort der Wiedergeburt, indem sie zulassen, dass ihr Alltagsrhythmus, ihre Routine, ihre Gefühle aufgebrochen werden. Nur durch gnadenlose Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber können sie ein neues Leben beginnen. Gerade durch diese radikale Änderung können sie aber auch begreifen, wie viel Lust mit dieser Ehrlichkeit einhergehen kann. Ziel im Leben eines jeden Menschen sollte es sein, diese Empfindsamkeit für die eigenen Bedürfnisse, sowie die nötige Prise von Verrücktheit, an jedem Ort der Welt zu erhalten. So ist Coelhos „Veronika“ ein Stoff, der uns daran erinnert, unsere tägliche Routine selbst hin und wieder zu durchleuchten.
Eingetragen: 29.10.2008
Verfällt: 01.01.2010
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