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Wiglaf Droste liest "Vom Glashaus" bei der Trilogie auf die Stadthallenbühne
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Literaturherbst endet am Freitag: Wiglaf Droste liest – Zum Schluss noch ein Hochkaräter - Vom Glashaus bei der Trilogie auf die Stadthallenbühne – Am 24. Oktober: Lesung mit einem „Berufszyniker“ – Letzter von fünf Leseabenden in der Stadthalle Tuttlingen – Annette-von-Droste-Hülshoff-Preisträger – Stil, Geist und Gefühl - Karten noch im Vorverkauf oder an der Abendkasse
Tuttlingen. Am Freitag geht der „5. Tuttlinger Literaturherbst“ in der Stadthalle Tuttlingen zu Ende. Den Schlusspunkt unter die diesjährige Literatur- und Lesereihe setzt mit Wiglaf Droste ein weiterer Hochkaräter und gleichzeitig ein durchaus streitbarer Autor. Einer, der polarisiert. Und einer, den nicht wenige von seinem brillanten Auftritt im Rahmen der Trilogie 2003 kennen dürften. Damals las Droste im „Glashaus“ an der Donau. Am Freitag, 24. Oktober, kommt er in die Stadthalle Tuttlingen und liest aus „Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?“. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Karten sind noch im verbilligten Vorverkauf oder an der Abendkasse zu haben.
"Droste hat Nase und Temperament des echten Satirikers", stellte die Süddeutsche Zeitung fest und die Zeitschrift Galore nannte ihn den „Tom Waits der satirischen Schnappschüsse". Wiglaf Droste ist Schriftsteller, Kolumnist und Sänger. Er lebt „unterwegs oder in Berlin“, wie er selbst sagt. Der 1961 in Herford / Westfalen geborene streitbare Geist war Redakteur der 'taz' und des Satiremagazins 'Titanic'. Er veröffentlicht seine Texte im Funk, in Zeitungen, in Büchern und auf Tonträgern. 2003 wurde ihm für seine „Verbindung aus grobem Ton und feinem Stil“ der Ben-Witter-Preis verliehen, 2005 der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Seit 1999 gibt er zusammen mit dem Stuttgarter Starkoch Vincent Klink die kulinarische Kampfschrift „Häuptling Eigener Herd“ heraus. Auch als Sänger mit dem "Spardosenterzett" ist er auf CDs oder ausgedehnten Konzertreisen zu erleben.
Nach Tuttlingen kommt Wiglaf Droste mit dem Buch „Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?“, das 2007 erschien. Wiglaf Droste war hellwach unterwegs, erlebte Eigenartiges und Unzumutbares, suchte und fand traumsicher auch das Schöne, wählte aus und -schrieb es auf, wie nur Wiglaf Droste das aufschreiben kann. An einem sonnigen Tag im Park beobachtet er »ein gemischtes Sextett« zur Musik von Mikis Theodorakis »um Kerzen herumtaumeln, fern jeder Rhythmik, ungelenk und tapsig«, in unfreiwillig komischer Selbstverwirklichung sich übend. Droste mauert nicht; gibt Einblick in seine nur zehn Wochen währende Tätigkeit als Werbetexter: »Der Kunde stellte Motoröl her? Kein Problem: Wir schmieren nicht nur den Kanzler, sondern auch den Motor seines Wagens.« Und schon war eine vielversprechende Karriere beendet. Drostes Liebeserklärungen an das Kino, den Fußballspieler Alessandro Del Piero, Tom Petty, Sondermann oder an James Krüss sind Preziosen, denen man Drostes seelenverwandte Verbundenheit anmerkt. Harsch dagegen verwahrt er sich gegen die Elster, den »Skinhead der Lüfte«; das mediale Nullundnichtig kontert er lächelnd souverän aus: »Will denn in China gar kein Sack Reis mehr umfallen?« Drostes neues Buch ist ein Universum, in dem man sich auf angenehme Weise verlieren kann. Dieser Autor geizt nicht, er gibt alles - Stil, Geist und Gefühl.
Quelle: Stadthalle Tuttlingen
Bericht gesponsert von Amazon:
Eingetragen: 20.10.2008
Verfällt: 01.01.2010
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